Kunst in Kapstadt


Ein absolutes Highlight, Das Zeitz Museum of Contemporary Art Africa (MOCAA) in Kapstadt

Staunend stehe ich davor. Fensterputzer, die sich an einfachen Seilen über 30 Meter an dem Betonkoloss des ehemaligen Mais Speichers abseilen und die außergewöhnlichen Fenster im Glanz der südafrikanischen Sonne blitzen lassen. Doch was mit mir passiert, als ich in die Eingangshalle komme ist atemberaubend. Ein fliegender Drache begrüßt mich inmitten dieser haushohen Eingangshalle. Ich schaue hinauf und fühle mich wie in einer mächtigen Kathedrale. Gläserne Fahrstühle schweben durch die aufgesägten Schächte, 9 Stockwerke mit mehr als 100 Galerien erwarten mich. Ich beginne auf dem Dachgarten mit tollen Skulpturen und laufe über Glas, durch das ich zum Boden sehen kann. Ausschließlich moderne afrikanische Kunst, alles entstanden nach dem Jahr 2000. Fesselnd, ergreifend, inspirierend und teilweise brutal. Installationen, riesige Videoleinwände, Räume mit hunderten Kuhfellen, Kunstobjekte, die sich eindrucksvoll mit der afrikanischen Geschichte auseinander setzen, lassen mich teilweise sprachlos zurück.

"So etwas wie dieses Gebäude wird man nie wieder errichten", hatte der englische Architekt Thomas Heatherwick gesagt. Erbaut im Jahre 1921 war es für über 50 Jahre das höchste Gebäude Afrikas. Sein Zweck: Der Mais, den die weißen Siedler Südafrikas produzierten, wurde hier in 42 jeweils 33 Meter in die Höhe ragenden Silotürmen gelagert, bevor er auf Schiffen abtransportiert wurde. Bis zum Jahr 2001 war der Speicher in Betrieb, danach verrottete er langsam. Ein unübersehbares Symbol für die koloniale Ausbeutung Afrikas direkt an der Waterfront.

Beeindruckend und absolut empfehlenswert ist ein Besuch in diesem einmaligen Museum.


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